GIRLS – SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND
ZWISCHEN SELBSTINSZENIERUNG UND SELBSTENTWERTUNG – EIN BRÜCHIGES FRAUENBILD IM DIGITALEN ZEITALTER
© Kati Blumenstein 2026 - Alle Rechte vorbehalten.
Aidos, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
Freya, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
Nemesis I, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
© Kati Blumenstein 2026 - Alle Rechte vorbehalten.
Lilith, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
Teresa, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
Hilde, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
© Kati Blumenstein 2026 - Alle Rechte vorbehalten.
Madonna, 2025
40 x 50 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
Jeanne, 2025
40 x 50 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
Virginia, 2025
40 x 50 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
© Kati Blumenstein 2026 - Alle Rechte vorbehalten.
Sarasvati, 2025
46,5 x 57 cm, Acryl, Pastell und Kohle auf Karton
Kakia, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
Nemesis II, 2025
30 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Aquarellpapier
© Kati Blumenstein 2026 - Alle Rechte vorbehalten.
Miseria, 2025
39,5 x 50 cm, Acryl, Pastell und Kohle auf Karton
Shakti, 2025
40 x 40 cm, Acryl, Zeitungspapier, Kohle auf Leinwand
© Kati Blumenstein 2026 - Alle Rechte vorbehalten.
ZWISCHEN SELBSTINSZENIERUNG UND SELBSTENTWERTUNG – EIN BRÜCHIGES FRAUENBILD IM DIGITALEN ZEITALTER
Seit geraumer Zeit beschäftigt mich die Selbstdarstellung junger Mädchen im Netz. Traurig und fassungslos sehe ich diesen jungen Frauen dabei zu, wie sie sich „vermarkten“, präsentieren und sich auf ihren Körper mit entsprechenden Attributen reduzieren. In einer Ära, in der Aufmerksamkeit zur neuen Währung geworden ist, zerbröckelt das Frauenbild mehr denn je zwischen Selbstbestimmung und Selbstinszenierung. In den sozialen Medien und auf digitalen Kontaktplattformen erleben wir eine neue, oft widersprüchliche Form weiblicher Selbstdarstellung.
Junge Frauen – oftmals noch Teenager – präsentieren sich in hypersexualisierten Posen, halbnackt oder in Andeutungen, die an die Bildsprache pornografischer Inhalte erinnern. Duckface, halbnackt im Badezimmer, lasziv im Schlafzimmer, Lippen leicht geöffnet, Blick in die Kamera, der Körper bewusst in Szene gesetzt. Was früher als private oder intime Darstellung galt, wird heute öffentlich geteilt – millionenfach geklickt, geliked, kommentiert.
Es scheint, als sei körperliche Verfügbarkeit das neue Maß für Anerkennung.
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“- dieser Satz aus dem Märchen Schneewittchen wirkt auf den ersten Blick wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Doch sein Kern lebt in der heutigen digitalen Welt weiter – besonders in der Kultur der sozialen Medien. Die Selfies sind die modernen Spiegel, in denen viele junge Frauen – bewusst oder unbewusst – auf eine ähnliche Antwort hoffen, wie einst die böse Königin. Der Spiegel im Märchen hatte die Funktion, Schönheit zu bewerten und dadurch gesellschaftliche Anerkennung oder Bedrohung zu definieren. Diese Funktion übernehmen heute Likes, Kommentare und Followerzahlen. Der digitale Raum wird dadurch zum Märchenspiegel, der rund um die Uhr verfügbar ist – und oft gnadenlos ehrlich oder verzerrt zugleich.
Wie im Märchen kann der Wunsch nach Anerkennung zur Abhängigkeit führen. Wird das Urteil des Spiegels negativ oder bleibt die erhoffte Reaktion aus, kann das Selbstwertgefühl schnell ins Wanken geraten.Die Problematik liegt also nicht im Selfie (im digitalen Spiegel) selbst, sondern im gesellschaftlichen Umgang mit Schöheit und Sichtbarkeit im Netz. Wenn Schöheit zum Maßstab für Wert und Erfolg wird, verlieren Individualität, Authentizität und innere Werte an Bedeutung. Der Märchenspiegel wird so zum Symbol für einen realen, oft schädlichen Schönheitswettbewerb unserer Zeit.
Was oft als Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung angesehen wird, zeigt häufig den subtilen, aber beständigen gesellschaftlichen Druck: Sei schön, attraktiv und begehrenswert! Likes und Kommentare ersetzen dabei echte Zuneigung, während Algorithmen den Wert bestimmen. Das äußere Erscheinungsbild wird so zur Eintrittskarte für digitale Sichtbarkeit, während innere Stärke, Würde und Selbstachtung in den Hintergrund treten. Diese Art der Selbstdarstellung ist kein harmloses Spiel mit Reizen, sondern beeinflusst Identitäten und prägt, wie junge Frauen sich selbst und von anderen wahrgenommen werden. Die Grenze zwischen Selbstbewusstsein und Selbstvermarktung wird zunehmend unklar. Wer sich offen zeigt, erhält Anerkennung; wer sich zurückhält, bleibt oft unsichtbar. Diese Dynamik richtet sich nicht gegen die Mädchen, sondern ist ein Appell an die Gesellschaft: Welche Bilder vermitteln wir? Welche Werte geben wir weiter? Und warum verwechseln heute viele junge Menschen Sichtbarkeit mit Selbstwert?
Es entsteht ein empfindliches Gleichgewicht zwischen dem Wunsch, wahrgenommen zu werden, und der Gefahr, sich allein durch die Augen anderer zu definieren – zwischen Freiheit und Anpassung an männliche Perspektiven.
Ein neues, kraftvolles Frauenbild sollte frei sein von Erwartungsdruck, sexualisierter Selbstdarstellung als Norm und der Vorstellung, dass allein der Körper Bedeutung verleiht. Wahre Selbstbestimmung beginnt nicht mit dem perfekten Selfie, sondern mit dem Mut, sich anders zu zeigen und dennoch wahrgenommen zu werden.Genau das möchte ich mit meinen GIRLS ausdrücken. Die Vorlagen meiner Blindzeichnungen basieren auf Selfies junger Mädchen aus dem Internet. Die zerrissenen Zeitungsausschnitte verdeutlichen die Zerbrechlichkeit des heutigen Frauenbildes. Die Hintergrundfarbe, die an altes Papier erinnert, symbolisiert den Rückschritt im Feminismus.
Meine GIRLS entsprechen keinem traditionellen Schönheitsideal, sondern sind in ihrer Ausdrucksweise individuell – so wie Persönlichkeiten es sind. Sie tragen Namen starker Frauen, Göttinnen oder Heiliger, um zu zeigen, dass Frauen sich auf ihre innere Stärke und Werte besinnen sollten, statt sich vorrangig über ihr Äußeres zu definieren.
Trau dich, anders zu sein!
© Kati Blumenstein 2026 - Alle Rechte vorbehalten.
Transformierte GIRLS
Jeanne d‘Arc, die französische Nationalheldin, Kriegerin und Freiheitskämpferin. Am 30. Mai 1431 endete ihr Leben qualvoll in den Flammen auf einem Scheiterhaufen.
Leider wird ihr Mythos heute von der extremen Rechten instrumentalisiert.
Die heilige Madonna als Synonym für Gottesgebärerin.
Die feministischen Werke von Virginia Woolf hatten einen nachhaltigen Einfluss auf die Diskussion über die Rolle der Frau in Literatur und Gesellschaft. Ihre Lebensgeschichte war von traumatischen Erfahrungen geprägt, darunter Missbrauch durch ihre Stiefbrüder, was ihre kritische Haltung gegenüber Macht- und Geschlechterstrukturen maßgeblich beeinflusste. Woolf gehörte zum Bloomsbury Circle, einer Gruppe von Intellektuellen, die sich für Gleichberechtigung, Feminismus, die Akzeptanz von Homosexualität, Kunst, Pazifismus und Umweltschutz einsetzten. Nach einem langen Kampf mit Depressionen beging sie 1941 Suizid.
Der Name Lilith symbolisiert Weiblichkeit, Schönheit, Freiheit, Auflehnung, Kraft und Tapferkeit. In der jüdischen Überlieferung gilt sie als Adams erste Ehefrau, die sich weigerte, ihm zu gehorchen, und daraufhin den Garten Eden verließ.
Teresa von Avilas Bedeutung beruht auf ihren mystischen Erlebnissen und Erfahrungen. Sie war von einer schweren, lebensbedrohlichen Krankheit betroffen, deren genaue Ursache umstritten ist und auf Zustände wie Epilepsie oder Depression zurückgeführt wird, was möglicherweise auch ihre mystischen Ekstasen beeinflusst haben könnte.
Hildegard von Bingen war eine deutsche Geistliche. Außerdem war sie Dichterin, Komponistin und natur- und heilkundige Universalgelehrte. Sie gilt heute Vielen als Vorkämpferin für die Emanzipation der Frau.
Freya, eine germanische Göttin. Sie wird mit Liebe, Sexualität, Schönheit, Fruchtbarkeit, Gold, Krieg und Tod assoziiert.
Nemesis, die griechische Göttin des gerechten Zorns und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Sie ist auch als Rachegöttin bekannt.
Aidos ist in der griechischen Mythologie die personifizierte Göttin der Scham, Sittsamkeit, Ehrfurcht und Demut. Sie gilt als eine moralische Kraft, die Menschen davon abhält, falsch zu handeln und ist eine enge Begleiterin der Göttin Nemesis.
Kakia ist die griechische Göttin des Lasters und der moralischen Schlechtigkeit. Häufig wird sie als eitle und stark geschminkte Frau in freizügiger Kleidung dargestellt.
Shakti ist im Hinduismus die weibliche Urkraft und Energie des Universums, die alles Leben hervorbringt und als göttliche Mutter gilt.
Miseria ist in der griechischen Mythologie die Personifikation von Jammer, Elend und Kummer.
Sarasvati ist die hinduistische Göttin der Weisheit, des Wissens, der Künste, der Musik und der Sprache. Sie verkörpert das Schöpferische und symbolisiert den Fluss des Wissens.
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